DAS FELL DES BÄREN (LA PELLE DELL’ORSO)

Regie: Marco Segato. Mit Marco Paolini, Leonardo Mason, Luca Mascino, Paolo Pierobon u.a., Italien 2016, 92 Min.

Coming-of-Age-Story, in der Vater und Sohn in der Wildnis der Dolomiten neue Seiten an sich entdecken.

In den 50er-Jahren leben in einem Dorf in den Dolomiten Domenico und sein Vater Pietro, der in seiner Einsamkeit dem Alkohol verfallen ist. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn ist schwierig, sie leben wie zwei Fremde zusammen. Eines Nachts wird die Ruhe im Dorf von „dial“, dem Teufel, einem alten, wilden Bären, der eine Kuh tötet, gestört. Die sehr abergläubische Gemeinde hat nicht die Kraft darauf zu reagieren.

Pietro macht sich zur Jagd auf den Bären auf. Doch Domenico erfährt von seinem Vorhaben und beschließt ihm zu folgen. Er gibt die Sicherheit des Dorfs auf, um sich auf ein waghalsiges Abenteuer einzulassen. Vater und Sohn dringen immer tiefer in die Wälder ein und werden dabei zu anderen Menschen ...

Trailer OV: http://www.jolefilm.com/produzioni/cinema/la-pelle-dellorso/

Trailer DT: https://moviemento.at/?site=movie&mId=4738

Anni Cinquanta. In un villaggio nel cuore delle Dolomiti vivono Domenico, un ragazzino sveglio ma introverso, e il padre Pietro, un uomo consumato dalla solitudine e dal vino, che per campare lavora alle dipendenze di Crepaz. Il rapporto tra padre e figlio è aspro e difficile, i lunghi silenzi li hanno trasformati in due estranei.
Una notte la tranquillità della valle viene minacciata dal diaol, il diavolo, un orso vecchio e feroce che ammazza una vacca dentro una stalla. La comunità è in preda a un terrore superstizioso e non ha la forza di reagire. Una sera all’osteria in uno scatto d’orgoglio, Pietro lancia una sfida a Crepaz: ammazzerà l’orso in cambio di denaro. La sfida viene raccolta tra le risate e lo scetticismo generale.
È l’occasione che Pietro aspettava da tempo, il mattino dopo, senza dir nulla a nessuno parte per la caccia. Domenico lo viene a sapere e decide di seguirlo. A sua volta abbandonerà la sicurezza del paese per avventurarsi verso l’ignoto. Padre e figlio si immergono nei boschi, sempre più a fondo, fino ad esserne inevitabilmente trasformati. A poco a poco si riavvicinano, si riconoscono e il muro che li separava si sgretola nell’immensità della natura.

Filmkritik Volksblatt 19. Oktober Philipp Wagenhofer :
Momente, in denen sich ihre Seelen kurz berühren : Segatos überwältigender Heimatfilm „Das Fell des Bären“

Ein Vater und sein Sohn in den Fünfzigerjahren. Sie reden kaum miteinander, leben in einem Tal in den Dolomiten. Alkohol und Einsamkeit sind Begleiter des Mannes, dessen Leben plötzlich auf den Kopf gestellt wird.  

In wunderbarem Ambiente, das Kamerafrau Daria D’Antonio ungeheuer stimmig — nämlich von pittoresk bis unwirtlich oder dem Brauchtum verpflichtet — eingefangen hat, spielt Marco Segato aus Padua die Vater-Sohn-Geschichte (nach Matteo Righetto) durch. Pietro arbeitet in einem Steinbruch, um sich und seinem 14-jährigen Sohn Domenico (Leonardo Mason) das Überleben zu sichern.

Den Bären erlegen und dafür kassieren

Eines Nachts fällt ein riesiger Bär über eine Kuh her — mit der dörflichen Ruhe ist es vorbei. Pietro geht mit dem skrupellosen Chef des Steinbruchs eine Wette ein, den Bären zu erlegen und dafür eine entsprechende Prämie zu kassieren. Sein Sohn Domenico folgt ihm, sie brechen mit ihren Gewehren auf …

Auf höchst einfühlsame Weise erzählt Marco Segato nun von der langsamen Annäherung zwischen Vater und Sohn, wenn etwa der Erzeuger seinen Filius ein wenig in die Vergangenheit einweiht, ein großer Vertrauensbeweis für des Alten, der sein Herz eben nicht auf der Zunge trägt. Introvertiert ist aber auch Domenico. Diese Momente, in denen sich die seelischen Befindlichkeiten der beiden kurz berühren, sind Höhepunkte dieses Heimatfilms. Das erfordert großartiges Handwerk, Theatermann Marco Paolini ist als Vater mit jeder Miene phänomenal. Sein junger Partner Leonardo Mason macht seinen Sache sehr gut, obwohl er eher wie ein Stadtmensch wirkt.

Wie die Natur auf den Menschen abfärbt …

Es ist also ein bemerkenswerter Film, der sich nicht nur der Zwischenmenschlichkeit widmet, auch das Verhältnis von Mensch und Natur und wie diese auf den Menschen abfärbt, ist ein wichtiger und prägender Punkt. Sich irgendwann mit sich selbst im Einklang zu befinden, kann eben ein schmerzlicher Prozess sein. So ist es auch hier.

 

 

 

 

 




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